“LOHAS” bezahlen für Qualität und gutes Gewissen. Professor der Universität Hohenheim schätzt Kaufkraft der neuen Öko-Konsumenten auf jährlich 200 Milliarden Euro
Gut gestylt die Welt verbessern - und das darf gerne etwas kosten. Jährlich 200 Milliarden Euro Marktpotential stellen die sogenannten LOHAS - ein neuer Konsumententyp genannt, der nicht bloß bei Ernährung, sondern auch bei Kleidung, Urlaub und Wohnen für Qualität und gutes Gewissen tiefer in den Geldbeutel greift. Zu diesem Ergebnis kommt die Vorstudie “Megatrend Nachhaltigkeit” des Umweltökonomen Prof. Dr. Werner F. Schulz von der Universität Hohenheim, die im Rahmen des BMBF-Balance Projekts “Medialisierung der Nachhaltigkeit” durchgeführt wurde. “Der Megatrend wird weiter andauern - die Wirtschaft muss noch stärker reagieren”, prophezeit der Experte. Detaillierte Ergebnisse sollen im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung im Herbst 2008 im Bundespresseamt mit Medienvertretern diskutiert werden.
Eine Zweijährige Konsumforschung belegt den Megatrend
Marktwirtschaftlich stellen die LOHAS nicht nur eine große, sondern vor allem finanzstarke und konsumfreudige Gruppe, so die Ergebnisse einer Pilotstudie, mit der Prof. Dr. Schulz seine anlaufende LOHAS-Untersuchung vorbereitete. “In Deutschland können wir von fünf Millionen LOHAS-Haushalten ausgehen. Dazu gehören weit überdurchschnittlich viele besser verdienende mit ausgeprägtem Kaufverhalten. Vorsichtig gerechnet können wir von einem Marktpotential von mindestens 200 Milliarden Euro pro Jahr ausgehen - vielleicht sogar von 300 bis 400 Milliarden Euro.
Grundlage der Berechnung seien die wichtigsten Trends und Verbraucherstudien der vergangenen zwei Jahre, die durchschnittliche Einkommensverteilung und der statistische Warenkorb. “In diesen zwei Jahren hat das Thema, laut allen Studien, kontinuierlich zugenommen. Zeitgleich ist auch diese neue Konsumentengruppe erstmals in den Umfrage-Fokus geraten. Übereinstimmend beziffern fast alle Autoren einen LOHAS-Anteil von 10 bis 30 Prozent.”
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