Stellungnahme econsense: Das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung schärfen
Das komplexe Thema Nachhaltigkeit ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die nur im Zusammenspiele mit den einzelnen Interessensgruppen zielorientiert erarbeitet werden kann. So gibt es eine Reihe von Initiativen mit dem Ziel Rahmenbedingungen für das Themenfeld zu schaffen, was insofern schwierig ist, da das Generalthema sowie die Teilaspekte von den Stakeholdern mit unterschiedlichen Interessen verfolgt werden.
Auch innerhalb der Bundesregierung gibt es unterschiedliche Auffasssungen wie Nachhaltigkeit und CSR, da mehrere Ressorts betroffen sind. In einem sog. “Entwurf zum Fortschrittsbericht 2008” (288 Seiten) hat jeder Bürger und jede Organisation die Möglichkeit bis zum 27.06.2008 sich mit konkreten Gedanken und Vorschlägen an die Bundesregierung zu wenden.
econsense ist ein branchenübergreifendes Netzwerk von 25 führenden, global tätigen Unternehmen und Organisationen der deutschen Wirtschaft, die gemeinsam die Zukunft nachhaltigen Wirtschaftens und gesellschaftlicher Unternehmensverantwortung gestalten möchten. Das Netzwerk wurde im Jahr 2000 auf Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) gegründet. Mitglieder sind u.a. Allianz, BASF, Bayer, BMW Group, Bosch, Daimler, Deutsche Bahn, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, EnBW, E.ON, Evonik, Evonik Degussa, HeidelbergCement, Linde, Lufthansa, RWE, SAP, Siemens, Tetra Pak, ThyssenKrupp, TUI, Verband der Chemischen Industrie (VCI), Vodafone und Volkswagen.
In dieser Funktion bezieht die Plattform Stellung zu der Konsultationsveranstaltung zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie im Bundeskanzleramt am 19. Juni 2008. Dabei fasste Hanns Michael Hölz, Vorstandsvorsitzender von econsense, zusammen: “Im Entwurf des Fortschrittsberichtes wurden einige zentrale Forderungen von econsense aufgenommen. Nun gilt es, diese guten Ansätze in einer Neu-Auflage der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie festzuziehen und das Nebeneinander von Strategie, Fortschritts- und Indikatorenberichten aufzuheben.”
In einigen Feldern sieht econsense darüber hinaus noch Nachbesserungsbedarf: econsense wertet es als positives Signal für das Verständnis von Nachhaltigkeit, als Grundlage des Fortschrittsberichtes das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung zu schärfen. Die Bundesregierung formuliert in Übereinstimmung mit econsense, dass Umweltschutz, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und gesellschaftliche Verantwortung so zusammenzuführen seien, dass Entscheidungen unter allen drei Gesichtspunkten dauerhaft tragfähig sind. Folgerichtig sollte der Faktor “Wettbewerbsfähigkeit” auch als eigenständige Orientierungsgröße in das 2002 entwickelte “Leitbild der nachhaltigen Entwicklung” neben Generationengerechtigkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Lebensqualität und internationale Verantwortung aufgenommen und die Fragen von wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und internationaler Wettbewerbsfähigkeit in einem eigenen Schwerpunktkapitel diskutiert werden.
Zwar schärft der Fortschrittsbericht das Leitbild nachhaltiger Entwicklung. Er gibt jedoch keine konkrete Antwort darauf, wie die Bundesregierung die Begrifflichkeiten Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR) verwendet. Aus Sicht von econsense ist CSR der im Kerngeschäft der Unternehmen erbrachte konkrete Beitrag der Wirtschaft für eine nachhaltige Entwicklung. Aus diesem Grunde sollten die Themen CSR und Nachhaltigkeit auf politischer Ebene kooperativ in den bestehenden Nachhaltigkeitsinstitutionen der Bundesregierung sowie dem Nachhaltigkeitsrat und dem Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung bearbeitet werden. Als Nachhaltigkeitsforum der deutschen Wirtschaft sollte econsense zentraler Partner eines offenen und kontinuierlichen Dialogs der Politik zu Nachhaltigkeit und CSR sein.
Die Stellungnahme von econsense finden Sie hier