Stöckchenspiele: Alte Themen und Funktionen neu verpackt
Von Bernd Pitz habe ich ein, vorher von ihm avisiertes Stöckchen, zugeworfen bekommen. Früher haben wir Kettenbrief dazu gesagt, heute dient anscheinend das virtuelle Staffelholz wieder dazu, Botschaften zu multiplizieren und Netzwerke (welche die Absender größtenteils schon besitzen) aufzubauen. Der Versuch auf diese Weise auf sich und seine Themen aufmerksam zu machen ist – im Gegensatz zu den früheren, teilweise auch unseriösen Kettenbriefen, die u.a. häufig auch mit einer Zahlungsaufforderung an den Nächst-Gerichteten verbunden waren – legitim.
Aber warum noch ein Netzwerk neben den vielen virtuellen oder realen Netzwerken? Das eigene Netzwerk, der Eintrag und die Arbeit in sog. Social Networks, das Vernetzen der eigenen Blogsite zu anderen etc. ist doch Tagesgeschäft. Zur Beherrschung der Informationsflut (s.u.) gehört aus meiner Sicht auch der Verzicht sich an jeder (virtuellen) Diskussion zu beteiligen. Daher werde ich die Fragen beantworten, das Stöckchen aber bewusst nicht aktiv weiter werfen.
- Seit wann gibt es das Blog?
Meinen Blog gibt es seit März 2008 und versteht sich als Fortsetzung der interessanten und positiven Erfahrungen, die wir, Bernd Pitz, Hanspeter Heckel und ich, mit dem FOCUS Wissensforum gemacht haben.
- Was war der Auslöser, das Blog zu starten?
Es gibt mehrere Facetten. Zum einen geht es um das Thema Informationsmanagement, also der Versuch die ständig steigende Informationsflut von Themen (natürlich mit einem Fokus auf Themen die unser Mediengeschäft tangieren) beherrschbar zu machen. Das geschieht auf der einen Seite über die Informationsauswahl und andererseits über die Kontextvermittlung. Wir haben heute - im Gegensatz noch vor gut einem Jahrzehnt und damit dem Beginn der Massentauglichkeit für das Internet - nicht die Schwierigkeiten an Informationen heranzukommen, sondern eher die Vielzahl der Informationen so zu selektieren, dass wir daraus einen direkt ableitbaren Nutzen ziehen können.
Die andere Facette ist, das auch im Medienbereich die Entwicklungen immer schneller und konvergenter und damit komplexer werden. Soziale Trends (aktuell der demografische Wandel und die damit einhergehenden Paradigmenwechsel), technische Entwicklungen (über deren Haltbarkeit derzeit diskutiert wird) und Marketings-Hypes stellen die Verantwortlichen in der Industrie, damit auch die Medienmacher und Dienstleister, vor neue Herausforderungen, was die Produktentwicklung, das Marketing und insbesondere die Kommunikationsprozesse betrifft. Damit erfordern vielen Themen auch eine interdisziplinäre Bewertung.
Diese beiden Entwicklungen führen dazu, dass jeder von uns heute einen Radarschirm braucht, um seine Themen zu beobachten und gleichzeitig einen Scout benötigt, der Themen beobachtet und meldet, wenn die Themen für mich eine Bedeutung erlangen. Ich verwende die Metapher „Scout“ bewusst, weil sie für mich die Funktion eines Scouts im Wilden Westen beschreibt. Da zieht jemand los Neues zu entdecken und berichtet anschließend darüber. Interessierte können dann ihren Betroffenheitsgrad abschätzen und ihre Entscheidungen danach ausrichten.
- Welchen Zweck hat das Blog?
Das Blog ist mein Scout, mein Tagebuch sich mit aktuellen Medien-Themen oder Themen meiner Kunden auseinander zu setzen.
- Was hat das Blog bisher “gebracht”?
Neue Themen, neue Sichtweisen und neue Kontakte. Die Erkenntnisse verarbeite ich in Beiträgen (u.a. in www.media-treff.de) in Konzepten und Gesprächen mit Marktteilnehmern. Und Themen leben, deshalb leben auch Medien. Leben heist Evolution, also die Weiterentwicklung von Themen, Gedanken und Erkenntnissen. Für mich eine Kombination aus Interesse, Selbstzweck - und Kundenvorteil.
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