Archive for April, 2009

13 Millionen Deutsche sind Partizipative Konsumenten

Konsumenten suchen Vertrauen, suchen Bestätigung, suchen Orientierung. Gerade in Situationen, die für den Konsumenten Unsicherheit birgen. So erleben wir aktuell eine gesellschaftliche Entwicklung (Stichwort Nachhaltigkeitsdebatte oder Delphi 2017) , die diesen Wunsch unterstützt und technische Möglichkeiten wie das Internet die eine partizipative Informationsbeschaffung und den Erfahrungsaustausch unterstützen. Die Anforderungen an die Unternehmens- und Produktkommunikation sind immer stärker crossmedial und auf das Reputationsmanagement ausgerichtet. Die Masse der kritischen Konsumenten steigt. Unterscheiden müssen wir aber zwischen den “gerade wieder aufgewachten” Dogmatikern und denjenigen, die die neuen Möglichkeiten zur Meinungsbildung nutzen.

Mit einer aktuellen Studie hat die Berliner PR-Agentur Zucker.Kommunikation einen neuen Konsumenten-Typus identifiziert: Der Partizipative Konsument (PARKO), der die Schnittmenge aus der LOHAS-Zielgruppe (Lifestyle of Health and Sustainability) und intensiven Online-Usern bildet. PARKOs verstehen sich als aktive Marktteilnehmer, die bei ausgeprägter Nutzung des Internets nicht nur bewusst konsumieren, sondern sich auch aktiv und kritisch mit der Kommunikationsarbeit von Unternehmen und Marken auseinandersetzen und Veränderungen fordern.

Das Marktforschungsinstitut SKOPOS hat in einer bevölkerungsrepräsentativen Studie  bei 1.003 Personen im Alter ab 18 Jahre wurden zunächst LOHAS-Anhänger und Online-User segmentiert. Anschließend legten die Marktforscher die entsprechenden Mindsets übereinander und konnten dadurch 21% der Bevölkerung als PARKOs (breite Definition) identifizieren. Dies entspricht knapp 13 Millionen Menschen in Deutschland. Weitet man den Blick bei den LOHAS-Befürwortern auf die Nutzer hauptsächlich “klassischer” Internetangebote aus, die allerdings schon eine Affinität zum “Web 2.0″/”Mitmachnetz” besitzen und mindestens ab und zu selbst aktiv werden, dann lassen sich bereits weitere 27% als “pre-partizipativ” bezeichnen. Lässt man die sogenannten “Nonliner” (nicht online) bei der Betrachtung außen vor (deren Anteil beständig schwindet), erhält man gar einen Wert von 36% für den Anteil der PARKOs und weitere 40% für die Pre-Partizipativen.

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Neue Aufgaben brauchen neue Werkzeuge. Gedanken und Ansätze für ein Redaktions-CRM

Der rasante und tief greifende Wandel der Märkte führt zu einer Explosion an Möglichkeiten und gleichzeitig zu einer Implosion an Orientierung. Was bedeut das für mich? Was ist für mich richtig? Wem kann ich vertrauen? An wen kann ich mich wenden?

Fragen die sich der Konsument stellt und Fragen die Produkt- und Service-, aber auch Medienanbieter beantworten müssen.

  • Effizienzdenken und damit Anbieterdenken bestimmen noch viele Angebote. Der Konsument sucht aber individuelle und persönliche Kontakte und keine anonymen hotlines, callcenter etc.
  • Journalistische Angebote sind Navigationsangebote. Der Journalist (und dessen Medienmarke) als Navigator und Moderator im Themendschungel

Wenn wir davon ausgehen, dass die journalistischen Kontakte Basis und Maßstab für die Kompetenz der redaktionellen Arbeit sind , damit der Corekompetenz  und das Kapital einer Medienmarke, lautet immer häufiger die Frage in den Medienhäusern: wie kann ich diese Kompetenz noch nutzen? welche neuen Werkzeuge sind notwendig um neue Angebotsformen aufzubauen? Wie kann ich mein Wissen, meine Kontakte zukunftsorientiert und funktional kapitalisieren?

  • Konsumenten suchen Expertenkontakte
    Für individuelle Frage
  • Experten suchen Plattformen
    Um sich zu positionieren
  • Unternehmen suchen Plattformen
    Für ihre Aufmerksamkeit
    Für den Zugang zu bestimmten Zielgruppen
    Um Angebote und Produkte zu testen (Scoutfunktion und Reputationsmanagement)
    Für den Traffictransfer

Einen interessanten Ansatz habe ich von Helmut Müller erhalten, Experte zum Thema Verlagssoftware, der sich gemeinsam mit Holger Best von der Mannheimer Medienberatung bestmedienkonzepte Gedanken über ein Redaktions-CRM gemacht hat.

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Die Funktionsfrage und der spezifische Leistungsbeitrag

Sie kennen die Kampagne “Werbung wirkt”. Heute müssen wir sagen “Kommunikation wirkt”, denn das Internet und insbesondere die Entwicklungen im Zusammenhang mit Web 2.0 haben die Markenkommunikation verändert. Das stellt nicht nur die Markenverantwortlichen in der Industrie, sondern auch die Inhaltemacher und die für den Geschäftserfolg Verantwortlichen in den Medien vor neue Herausforderungen.

Investoren (Werbungtreibende) und Leistungserbringer (Medien) diskutieren seit Jahren, ob die alten „Währungen“ wie Reichweite, Tausend-Kontaktpreis etc. in anbetracht der neuen Technologien, Möglichkeiten und Zielen noch adäquat sind. Die digitale Revolution hat den Empfängerbeitrag konkret zählbar gemacht, Suchmaschinenmarketing setzt die Leitplanken in der online-Planung, Dialogmarketing gewinnt zulasten der Massenkommunikation.

Auch die klassischen Medienvermarkter führen derzeit offene (!) Gespräche über leistungsbezogene Abrechungsmodelle – Bonus oder Malusreglungen – für die Erreichung von Kommunikationszielen; Erfolgsbeteiligungen wie wir Sie aus dem Agenturgeschäft kennen. Lassen Sie uns kurz über Ursache und Wirkung sprechen. Werbekriese hin oder her, das ist nicht der Punkt, sondern der Anlass neues Denken einzufordern – auf allen Seiten des Marktes!

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