Archive for Juni, 2009

Würzburger WerbeFachgespräche 2009 erstmalig als Webinare

Wo wird zuerst gespart, wenn es in der Unternehmensführung heißt, die Umsätze gehen zurück, wir müssen die Kosten in den Griff bekommen? In der Regel: Bei den Marketingetats sowie bei den Reise- und Bewirtungskosten. So fanden die traditionellen Würzburger WerbeFachgespräche erstmalig in ihrer 46. jährigen Geschichte nicht mehr real sondern virtuell statt.

Die Klientel der Würzburger WerbeFachgespräche sind die Marketing- und Kommunikationsverantwortlichen aus der Automobilzuliefer-Industrie und der Elektronik sowie Unternehmen aus verschiedenen Konstruktions- und Produktionsbereichen. Ob nationale oder globale Player, die Krise hat sie alle und auch schon sehr früh erreicht. Daher war es eine mutige Entscheidung der Geschäftsführung von Vogel Business Media den 2-tägigen Kongress vom Themenumfang und der Referentenanzahl abzuspecken und in das Internet zu verlagern. Mutig war es auch von den Referenten, die sich zu diesem Experiment bereit erklärt haben. Sie konnten Ihren Beitrag zwar live gestalten, aber nicht in die Augen aller Teilnehmer schauen und somit wichtige Elemente eines real gehaltenen Vortrages in ihren Beitrag integrieren. Auf der anderen Seite haben die Teilnehmer aber die Möglichkeit die einzelnen Vorträge – inklusive der Charts – sich noch einmal anzuschauen. Eine Zusammenfassung und interpretation der Vorträge gibt es wie immer auch auf media-TREFF.de.

Fazit: Abhängig vom Vortragsthema waren pro Session zwischen 70 und 100 Teilnehmer life dabei, haben Fragen gestellt oder die Vorträge kommentiert. Die Diskussionen und Reaktionen waren, auch Dank der eingesetzten Webtechnik, ähnlich einer real abgehaltenen Konferenz. Unersetzlich waren jedoch der individuelle und persönliche Kontakt zum Referenten sowie die Networking-Möglichkeiten einer realen Veranstaltung. Das hoffen die Veranstalter auf der nächsten Konferenz am 21./22.Juni 2010 nachzuholen.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Prognosen 2010.

Diese Meldung lief in diese Woche durch die gesamte Fachpresse:

PwC erwartet erst 2011 Ende der Medienkrise.
Gar nicht unterhaltsam: Erstmals seit Beginn des Internetbooms werden die Erlöse der Medien- und Unterhaltungsindustrie in diesem Jahr weltweit schrumpfen. Von knapp 4 Prozent Minus gehen die Wirtschaftsprüfer von Pricewaterhouse Coopers (PwC) in ihrem 600 Seiten starken “Global Entertainment and Media Outlook: 2009 - 2013″ aus. Nicht nur die Werbeeinnahmen sinken deutlich um 12 Prozent - auch die Verbraucher geben weniger aus.

Derzeit schauen wir alle in eine Glaskugel und jeder will wissen, wie lange dauert die Werbekriese noch? Wie sieht die Welt danach aus? Dabei sind die Antworten relativ vorhersehbar.

Die weltweiten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben zu erst die Industrie getroffen. Viele Unternehmen sind dabei die entstandenen Problem sehr effizient zu lösen. Die großen Erfahrungen lauten: nicht alles was theoretisch möglich ist, bewährt sich in der Praxis. Beispielsweise der „übertragbare globale Führungsanspruch“ von Unternehmen oder dass die Kräfte der freien Marktwirtschaft alles regeln werden. Die weltweite Gleichbehandlung von Kundenbedürfnissen scheitert an kulturellen Unterschieden.  Oder das technisch basierte Prozesse per se Kosten sparen und einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Konsumentenzufriedenheit haben, Miteinander ist besser als immer nur Gegeneinander, der Verbraucher will „ehrliche“ Produkte usw.. Die meisten Unternehmen werden bereits im 2. HJ weitgehend Ihre Hausaufgaben erledigt haben und ihre neuen Produkte und Dienstleistungen anbieten.

Das Konsumklima ist (noch) einigermaßen stabil, denn beim Verbraucher ist die Krise (noch) nicht voll angekommen. Obwohl es doch vielen zu denken geben müsste, dass Unternehmen ständig Personal abbauen und andererseits die monatlich medienwirksam veröffentlichten Arbeitslosenzahlen nicht signifikant steigen. Er wird sie erst spüren wenn die Kurzarbeitsverträge auslaufen. Dann allerdings mit voller Wucht.

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Der Hype – und was zu relativieren wäre.

Nielsen Media & Nielsen Online Germany meldet diese Woche: “Das Superwahljahr 2009 hat begonnen und wartet mit der anstehenden Europawahl am Wochenende, Kommunal- und Landtagswahlen sowie der Bundestagswahl am 27. September auf. Zur Vorbereitung auf die anstehenden Wahlen gehen viele Internetnutzer auf Blogs und Foren, um sich hier ausgiebig über die Parteien und ihre Wahlprogramme zu informieren und darüber zu diskutieren. Nielsen belegt in einer aktuellen Untersuchung das große Interesse am politischen Meinungsaustausch im Internet und analysierte die hierzu geführten Diskussionen.

Etwas weiter heist es „ ….wurden in den Monaten Januar bis April 2009 über 80.000 Nachrichten zu politischen Parteien ermittelt, die von mehr als 7.000 Usern im Netz in über 2.000 Blogs und Foren geschrieben wurden“.

Dafür dass, lt. einer ARD/ZDF-online Studie,  43,5 Mio. der bundesdeutschen Erwachsenen online sind, eine interessante Größenordnung (0,016 %)

Und weiter „Mit BuzzMetrics, dem Analyseprogramm für CGM (Consumer Generated Media) von Nielsen, wurden in den Monaten Januar bis April 2009 über 80.000 Nachrichten zu politischen Parteien ermittelt … . Erfasst wurden Beiträge zu CDU/CSU, SPD, FDP, Bündnis90/Die Grünen, die Linke und der NPD. Zu den CGM mit den meisten Beiträgen gehörten die Foren von spiegel.de (über 16.000 Beiträge) und politik.de (rund 11.000 Nachrichten), gefolgt von politikforen.net auf Platz drei der Top-Foren (rund 5.500 Beiträge).”

Eine Überraschung? Nein nicht wirklich, denn es zeigt drei Dinge:

  1. gebloggt wir da, wo Relevanz besteht
  2. politische Medienplattformen im Internet sind wichtig, müssen aber auch gemanagt werden
  3. wieviel von 100 % tun das, mit welchem Anspruch und mit welcher Relevanz

Zweite Meldung: Das Volumen für handy-Werbung wird in 5 Jahren, also 2014, etwa 5,7 Mrd. USD ausmachen. Das sind aber dann nur ca. 1,5 % des Werbemarktes. In den USA!

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