Archive for Juli, 2009

Lautet der neue Weg für Zeitungen Kontextvermittlung?

Einen interessanten Ansatz zur aktuellen Medienkrise aber auch zu einer neuen Funktionsbeschreibung liefert  dieser Beitrag von Umair Haque, Director of the Havas Media Lab, in dem er darüber nachdenkt, dass Zeitungen künftig

  • mehr auf Wissen(svermittlung) anstelle von news
  • Commentage anstelle von Kommentare (Commentage ist ein Mischform aus Reportage und Kommentare)
  • Themenfelder anstelle von langatmigen Artikeln
  • Verknappung anstelle Verbreitung
  • Die „aktuelle Bedeutung“ anstelle von „zu gegebner Zeit“
  • Provokation anstelle von Perfektion
  • Nicht auf die Technologie festgelegt sondern auf die Aufgabe (Kommunikationsfunktion)

setzen sollten und

  • nennt das ganze Nichepapers.

Das Internet - ein Katalysator um die Segmentierung der Gesellschaft zu beschleunigen.

Wissen ist Macht. Nichts Wissen macht auch nichts. Denn es gibt ja das Internet. Hier kann ich mir alle Antworten auf eine noch so persönliche Frage abholen. Viele Kinder der on-demand Gesellschaft leben nach diesem Prinzip. „Wozu muss ich wissen wie unser Bundespräsident heißt, ich kann die Frage ja googeln.“

Ein Problem mit dem sich u.a. Bildungsbeauftragte konfrontiert sehen, bei Hausaufgaben wird daher verstärkt auch eine Kontextvermittlung gefordert. Nicht „auswendig lernen“ weil der Lehrer es so will, sondern auch wissen wo die Wurzeln liegen, welche Entwicklungen bekannt sind und welche Szenarien möglich sind.

Ein Interview mit dem Bestsellerautor und Chefredakteur des amerikanischen Magazins „Wired“ Chris Anderson über „die Herausforderungen der Presse durchs Internet, neue Geschäftsmodelle im Web und die Frage, weshalb er selbst lieber Twitter als Tagespresse liest“ im Spiegel („Aufmerksamkeit ist alles“) ruft daher zum Nachdenken aber auch zur Kritik auf. Sind die geäußerten Thesen typisch für unsere Gesellschaft oder nur für die Amerikanische?  Will Chris Andersen provozieren und/oder damit auch seinen Marktwert erhöhen?  Gelten die Aussagen per se oder sind sie nicht doch nur eine Option der Informationsnutzung für einen Teil der Gesellschaft? Haben wir hier es mit einem substantiellen Phänomen oder nur mit einem Hipe zu tun? usw.

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Video. Im Gespräch: Mathias Plica zu erfolgreichem Online Publishing - Geld verdienen mit journalistischen Inhalten und User Generated Content

Nur wenige Verlage erzielen mit journalistischen Inhalten im Internet Geld. Auch viele Investitionen in “Web 2.0 Projekte” bringen (noch) nicht den erhofften Geldsegen. Wie mit journalistischen Inhalten bei Chip Xonio Online “wirklich gut Geld” verdient wird”, darüber habe ich mich auf der Intenetworld mit Mathias Plica, Geschäftsführer Chip Xonio Online GmbH, unterhalten.

Technolgie ist dabei ein Erfolgsfaktor, die Einbindung der User aber ein ganz wesentlicher. In diesem Interview zeigt Plica auf, wie User Generated Content (UGC) mit Jounalismus sinnvoll gekoppelt werden kann und wie das Engagement der User und die Liebe zur Marke aktiviert wird. Dabei beschreibt er auch eine Typologisierung der Userschaft im Bezug auf ihre Multiplikationsfähigkeit.

Mathias Plica zur Zukunft des Online Business: “Sehr positiv. Auch wenn wir uns aktuell in schwierigen Zeiten befinden… Beschleunigung von Strukturwandel… in Deutschland hatten wir sogar einen Stau im Online-Geschäft… der sich auflösen könnte in diesen turbulenten Zeiten.”