Die grüne Ausgabe von Chip - oder die step-by-step-Strategie für die early adopters

Was im Großen (noch) nicht funktioniert hat, funktioniert vielleicht im Kleinen. Nach diesem Motto könnte man das neue Engagement von BURDA zum Thema “Nachhaltigkeit” bewerten. Nach dem “Aus” von Ivyworld” jetzt der Versuch einer Green Issue-Ausgabe von Chip.

Das Konzept und die Themen der am 12.09.2008 erscheinenden Erstausgabe klingen zwar ein wenig nach “Guten Rat” (Zitat: ” Green Issue, die grüne Ausgabe von CHIP ist der kompetente Energie-und Öko-Ratgeber für alle technikorientierten Menschen, die umweltbewusst, aber nicht asketisch leben wollen”) zeigt aber klar die Aufgabe der Medien Angebote zum Thema Nachhaltigkeit zu entwickeln - die dann als Plattform für die Akteure der Themen Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Verantwortung dienen können (s.a. mein Beitrag von Freitag).

Kampagen wie E-Donor, gesehen in karmakonsum, wobei der Musikkanal mtv und der Computerhersteller Hewlett Packard gemeinsam eine Kampagne entwickelt haben, sind für mich ein “Schulterblick” in die Entwicklungsküche und zeigen mir 2 Dinge:

  1. Unternehmen integrieren nicht mehr nur einfach (Pflicht-)Hinweise und Botschaften über Energieeffizienz oder Umweltverträglichkeit in bestehende Kommunikationsmittel mit ein, sondern entwickeln eigene (kreative) Kommunikationsansätze. 
  2. Medien müssen nicht nur Plattformen sondern auch (versärkt und damit rasch) Umfelder für die Akteure generieren, denn die haben (oder formulieren gerade) ihre Kommunikationsbedürfnisse.

Und da sind machmal mehrere kleine Schritte wichtiger als ein Großer. 

Anderson Analytics: web and green Marketing are hot

Das amerikanische Marktforschungsunternehmen Anderson Analytics hat 1.700 Marketingverantwortliche in den USA über die Top-Marketingtrends befragt.  Neben der steigenden grundsätzlichen Bedeutung von Marketing sehen die Experten die wichtigsten Aktionsfelder im Bereich Suchmaschinen-Optimierung (SEO), Personalisierung und “Green Marketing” .

Typisch amerikanisch liegt bei den Marketing Basics die Kundenzufriedenheit an erster Stelle (75 %) gefolgt von der Kundenbindung (65 %) und der (Zielgruppen-)Segmentation (58%). Unter Green Marketing werden die Begriffe Globale Erderwärmung, Alternative Energien und Gesundheitsvorsoge fast gleichgewichtig bewertet.

Grüne Wiesen für weltweites Business

“Greener Pastures for Global Business”, so beschreibt der Veranstalter von Going Green seinen Kongress vom 15.- 17.09. im Kalifornischen San Franciso.

“GoingGreen is where cutting-edge greentech CEOs meet the movers and shakers from the biggest industries on earth. Green technology innovators are transforming trillion dollar industries - and the solutions they are delivering not only promise to clean up pollution and restore ecosystems, but also to bring abundance and prosperity to everyone on earth”.

Erwartet werden 700 CEOs, Business Developper, VCs und Private Investoren. Angeblich wollen 1000 Webcasts in über 100 Ländern von dem Kongress berichten. Auch die Sponsorenliste kann sich sehen lassen: Dabei sind u.a. (lt. Website und mit Logo vertreten) weltweit tätige Beratungsgeselschaften, Investmentgesellschaften, Technik-Unternehmen und Softwareanbieter. 

Für mich ein weiteres Indiz für den Paradigmenwechsel in den USA, aber auch mit welcher Kraft diese Welle , durch die Kraft der Treiber (Kapitalmärkte und Verbraucher) schon in absehbarer Zeit auch auf uns zusteuern wird.

Das Programm von Going Green finden Sie hier

The Green Media Show: Lernen Sie wie Sie Ihrem Unternehmen mehr Nachhaltigkeit geben können und es damit auch erfolgreich machen können

Mit diesem Slogan wirbt SustainCommWorld dezeit in den USA für die Konferenz am 01. und 02.Oktober in Boston. Bedeutet das ein Umdenken im amerikanischen Markt? Ist das Thema Nachhaltigkeit in den USA angekommen? Organic Food, Energiesparende Autos und LOHAS sind deutliche Anzeichen für einen Paradigmenwechsel der amerikanischen Lebensgewohnheiten. Ein Trend, der in den urbanen und aufgeklärten Regionen begonnen hat, sich aber zunemend zu einem relvanten Massenmarkt entwickelt.

Con Carli,  Executive Vice President von Chef der Konferenz hat einige Ansätze in der amerikanischen Wirtschaft anläßlich einer  Konferenz zum Thema “Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor” in der Akadmie des Deutschen Buchhandels am 05.05.2008 in München skizziert.  Firmen wie BP, Toyota, General Electic, Chevron, Timberland, Starbuck Coffee - aber auch Coca Cola, Wall Mart und die großen Computerkonzerne in den USA fühlen sich diesem Ansatz verplichtet. Bei Wall Mart bedeutet das einen kompletten “Mindshift”, der sich auch in der Organisation, Auswahl der Lieferanten und den Angeboten wiederspiegelt. Read more »

Kennen Sie ECO-ICONIC?

Das Amsterdammer Trendscout-Unternehmen trendwatching.com berichtet über die Evolutionsstufen von Öko-Trends. Unter Lifestyle-Gesichtspunkten betrachtet gibt es die Stufen der

  • ECO-UGLY (ugly, over-priced, low-performance, unsavory yet eco-friendly versions of the ‘real thing’) zu den
  • ECO-CHIC (eco-friendly stuff that actually looks as nice and cool as the less sustainable originals) und jetzt die
  • ECO-ICONIC: Eco-friendly goods and services sporting bold, iconic markers and design, helping their eco-conscious owners show off their eco-credentials to their peers.

Trendwatching legt aber Wert au die Feststellung, dass nicht alle Produktbeispiele “grüne” Produkte im klassischen Sinne sind, sondern eher Statusorientiert funktionieren.

Burst Media: “Grüne Werbung” mit höherer Erinnerung, aber auch mit Skepsis

Burst Media, nach eigenen Aussagen einer der führenden Vermarkter unabhängiger Websitenanbieter in den USA, hat soeben ein neues Zielgruppennetzwerk für die Zielgruppe der “Green Consumer” mit 80 Webseitenanbieter, etwa 2,6 Mio. unique usern und mehr als 14 Mio. ad impression, zusammengestellt.  Die Green Consumer, auch in den USA ein rasch wachsender Markt, informieren sich verstärkt im Internet über Produkte, Angebote und Erfahrungen.

Eine aktuelle Online-Mediastudie (April 2008) mit rund 4.800 Online-Usern hat die Markteinführung begleitet. Ergebnis: Die Konsumenten glauben nicht automtisch alles, was “grüne Werbung” verspricht. Nur etwa 12 % glauben an die Werbeaussagen der Anbieter, etwa 2/3 begegnen den Aussagen der Werber eher skeptisch. Viele sehen in den Engagements nur einen Marketingtrick der Unternehmen.

Greenwashing läßt grüßen.  Ich denke,  dass die derzeitigen Entwicklungen im B2C-Bereich (wie z.B. unter LOHAS subsumiert) nachhaltige Auswirkungen auf die Unternehmens- und damit auch die Markenkommunikation haben werden. So wird m.E. die Gefahr von Greenwashing unterschätzt – oder andersherum, was man noch bei dem Wellness-Trend mit „Wellnepp“ bei einigen Marken bezeichnete, hat bei nur vordergründig betriebener CSR eine wesentlich größere, negative „Sprengkraft“ für die Unternehmen.